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Nadelfilzen

Meditatives Kreativsein

Kontakt : Erdmute Wekemann

Am Tisch sitzen mehrere Frauen, die eifrig mit der Stupfnadel ungesponnene Wolle in eine länglich rundliche Form bringen. Es geht ziemlich schnell und die Stimmung ist locker.

Mit flinker Nadel (Foto: S.Gabor)

F: Wie sind Sie zum Nadelfilzen gekommen ?

A: Vor zehn Jahren im Kindergarten. Es gab 8 Wochen vor dem Martinimarkt noch immer keinen Stand des Kindergartens. Da habe ich überlegt, was schnell geht und „sich rechnet“. So kam ich auf das Nadelfilzen. Ich finde es  spannender als Nassfilzen, man kommt schneller in die Form und auch eher ins Dreidimensionale.

F: Zehn Jahre – und immer noch dabei !

A: Tatsächlich würde ich gerne mal was anderes machen  und suche dringend eine Nachfolge, die die Arbeit rund um den MM übernimmt oder erst mal entlastend dazukommt: Wolle einkaufen, an den Arbeitstagen anleiten, am MM den Stand aufbauen und ihn betreuen.

F: Wie viele Leute sind denn momentan in der Gruppe ? 

A: Heute sind wir zu siebt, auch deshalb weil andere Gruppen mangels Teilnahme ausfallen. Wir sind kein festes Team. Es gibt 2 treue Mitarbeiterinnen, die jedoch am MM selber durch ihre Kinder an andere Aktivitäten gebunden sind. 

F: Wie oft trefft ihr euch ?

A: Ab Frühjahr einmal pro Monat Freitag abends bei mir zuhause in Waldhausen, in der Woche vor dem MM jeden Abend. 

F an die Teilnehmerinnen: Macht Ihr heute zum ersten Mal mit ? Und was gefällt Euch am Nadelfilzen ?

A: – Nein, ich wollte mal einen Engel ausprobieren. Normalerweise bin ich beim Nassfilzen, aber trocken ist weniger Aufwand.
– Ich mag das Meditative beim Kreativsein. Und man kann hier nebenher reden, was beim Hobeln und Schleifen nicht geht. 
– Es nicht so kompliziert. Das gefällt mir.
– Ich arbeite gern mit Wolle, finde es toll, was daraus entsteht. Filzen macht süchtig!
– Ich mache es zum ersten Mal. Man braucht keine besonderen Fähigkeiten. Unter Anleitung gelingt es leicht. Ich habe einfach Freude am Kreativsein.

F: Welche Figuren lassen sich auf diese Art herstellen ?

A: Am Anfang haben wir nur Zwerge und Tiere gemacht. Mittlerweile aber auch Figuren mit Gesicht : Märchenfiguren, Mutter Erde, Krippenfiguren, Elfen, Trolle … Die Figuren wechseln. 

Krippenfiguren (Foto: S. Gabor)

F: Wie lange braucht man denn für eine Gestalt ?

A: Für kleine wie einen einfachen Zwerg eine halbe Stunde. Ein Troll dauert schon mal 3 Stunden. Schön ist, dass schon Kinder Zwerge filzen können, was ihnen große Freude macht.

F: Aus meiner Erfahrung können  Kinder gar nicht genug Zwerge haben. Wie ist denn die Nachfrage am MM?

A: Sehr groß, vor allem bei den Zwergen können wir sie gar nicht decken und würden uns schon deshalb über mehr MitfilzerInnen freuen.

F: Jetzt stupft ihr schon eine ganze Weile die Wolle – ist das nicht anstrengend ?

A: Nein, wenn man locker aus dem Handgelenk arbeitet nicht. Man kann sogar mit drei Nadeln gleichzeitig arbeiten. Außerdem wird die Bewegung  bei der feineren Ausarbeitung nachher wesentlich ruhiger. 

Da geht die Türe auf und herein kommt eine Frau mit der beliebtesten Frage des Tages : „könnt ihr noch jemanden brauchen ?“

F: Danke für das Interview und den Einblick in diese flinke Tätigkeit!

Kontakt : Erdmute Wekemann

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